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Stube 4 Textil, Handwerk

Schneider
Bis zum 12. Jahrhundert wurde Kleidung in Klöstern oder von den Frauen in der Familie selbst hergestellt. Um die Mitte des 12. Jahrhunderts entwickelte sich die Berufsgruppe der Schneider vorerst in den Städten. Zunächst wurden diese belächelt, weil sie dem allgemeinen Verständnis nach Frauenarbeit verrichteten. Die Weißnäherin ist ein Unterberuf der Schneider. Sie fertigte vorwiegend Unterwäsche, Stickereien und Verzierungen auf weißen Textilien, wie z. B.: Bettwäsche, Tischtücher oder Taschentücher aber auch Monogramme auf der Leibwäsche.

Federkielsticker
Bis ins 17. Jahrhundert wurden Lederwaren mit Zinnstiften verziert. Daraus entwickelte sich die Federkielstickerei. Die Pfauen-, Hühner- oder Gänsefedern werden in Streifen (sog. Riemen) geschlitzt und durch gestanzte Löcher ohne Nadel gezogen. Besonders häufig findet man die Stickereien auf Gürteln und Leibriemen. Zu den Motiven zählen geometrische Muster, Initialen, Tiere und Pflanzen. Getragen wurden die Gürtel mit Federkielstickereien von wohlhabenden Bauern. Ein bedeutender Freistädter Federkielsticker war Ludwig Furthmoser, der seine Werkstätte in der Salzgasse hatte.


Hutmacher
Zur Huterzeugung wurden Filze aus Schaf- oder Lammwolle, Biberhaar sowie die Haare von Hasen und Kaninchen verwendet. Vor der Verarbeitung wurde das Fell chemisch bearbeitet (in Quecksilber und Salpetersäure gebeizt). Bei dieser Arbeit entstanden giftige Dämpfe, weshalb sie oft im Freien erledigt wurde. Danach wurde das von der Haut abgeschabte oder abgeschnittene Haar für längere Zeit getrocknet und mit einem Fachbogen geschlagen, um es zu verfilzen. Dieser Rohstoff konnte dann gefärbt und in Form gebracht werden. Die Hutmacher verarbeiteten nicht nur Filz zu Hüten, sondern auch Stoffe, Leder, Pelze oder Stroh. Über mehrere Generationen arbeitete die Familie Ziegler als Hutmacher in Freistadt.

Horndrechsler, Hornschnitzer
Aus Horn und Schildpatt fertigten die Horndrechsler Kämme, Haarnadeln, Schuhlöffel, Pulverhörner,
Besteck, Knöpfe, Dosen, Zahnstocher und viele andere Luxus- und Gebrauchsgegenstände. Heute sind besonders die sogenannten Hirschhornknöpfe für die Trachtenbekleidung gefragte Produkte dieser Handwerker.