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Stube 9: Holzverarbeitung

Das Holz ist ein Werkstoff, der seit ältesten Zeiten bei vielen Handwerkern Verwendung gefunden hat: es
ist ständig verfügbar und leicht zu bearbeiten. Bereits in der Steinzeit benutzte der Mensch Werkzeuge zum Bearbeiten von Holz: Bohrer, Schaber, Äxte, Beitel und Spaltkeile. Das erste maschinelle Bearbeiten von
Holz, das Drechseln, ist bereits bei den ersten Hochkulturen nachweisbar.

Binder
Einen wichtigen Berufszweig der Holzverarbeitung stellten die Binder dar. Die Verwendung von Holzfässern
ist seit der Antike belegbar. Ihre Form ist optimal, weil selbst schwere Fässer leicht gerollt werden
können. Zum Produktionsumfang der Fassbinder gehörte auch die Fertigung von Melkeimern, Wasserkübeln,
Butterfässern, Trinkhumpen und anderen Gefäßen. In Freistadt wurden die Fässer vor allem für
den Transport von Salz, Sensen, Bier und Wein verwendet.
Eine lange Tradition hatte in Freistadt die Binderei der Familie Preslmayr in der Salzgasse.

Herstellung von Fässern
Die Holzteile für die Dauben (die Seitenteile) wurden aus einem Stamm gespalten und in Form gebracht.
Die Teile wurden mittels Wasserdampf und Feuer geschmeidig und biegsam gemacht und fugenlos ineinandergesteckt. Zusammengehalten wurden die Dauben mit Holz- oder Eisenreifen. Nach dem Abkühlen
konnten Deckel und Boden eingepasst werden. Danach wurde die Außenseite des Fasses nochmals mit
verschiedenen Hobeln geglättet und die vorläufigen Fassreifen durch gehärtete und vernietete Blechbänder
ersetzt.