Rede zur Trauerfeier

Rede vom 2. Vorsitzenden Franz Eppinger bei Trauerfeier für Gottfried LACKINGER
24. Februar 2026, Kapelle auf dem Hauptfriedhof Karlsruhe

 

Liebe Helene mit Familie,
liebe Trauergemeinde!

Wir haben uns hier versammelt, um Abschied zu nehmen von Gottfried Lackinger, dessen plötzlicher Tod uns alle tief erschüttert hat.

Gottfried war über viele Jahre hinweg 1. Vorsitzender unseres Vereins. Für Vorstand und Mitglieder des „Ortsausschusses der Stadt und Pfarre Rosenberg im Böhmerwald“ mit Sitz in Freistadt/Oberösterreich, war Gottfried eine tragende Säule.

Mit großem persönlichem Einsatz und Herzblut hat er sich über Jahrzehnte unermüdlich für den Verein engagiert. Seine Funktion als Vorsitzender beschreibt nur unzureichend, was er für die Gemeinschaft der ehemaligen Rosenberger bedeutete.

Er war unermüdlicher Organisator der jährlichen mehrtägigen Treffen in Freistadt und im tschechischen Rosenberg a. d. Moldau. Er sorgte dafür, dass diese Begegnungen Jahr für Jahr zustande kamen, zu Orten des Wiedersehens, der Erinnerung und der gelebten Gemeinschaft wurden.

Programmablauf mit Gottesdienst in der alten Pfarrkirche, Kranzniederlegung auf dem Friedhof, Mitgliederversammlung und vieles mehr war jeweils zu organisieren. Mit Bürgermeistern und Verwaltungen vor Ort stand Gottfried dabei in regem Kontakt.

Er war verbindende Stimme unseres Vereins nach innen und nach außen. Er fungierte als Berichterstatter für die Heimatzeitschriften „Glaube und Heimat“ sowie „Hoam“ – und einmal im Jahr gab er mit großer Sorgfalt und Verlässlichkeit unseren Rundbrief heraus.

In den Vorworten informierte er, erinnerte, ermutigte und stiftete Zusammenhalt. Für viele Mitglieder war dies ein wichtiges Band der gemeinsamen Herkunft und Geschichte. Er scheute es auch nicht, die leidvollen Erfahrungen der Vertreibung zu thematisieren – gerade auch in Zeiten der Versöhnung. Mit seinen Beiträgen bewahrte er Erinnerung und hielt Geschichte lebendig.

Die Verbundenheit mit dem Böhmerwald, der Heimat seiner Herkunftsfamilie, war tief in ihm verwurzelt. Nur dadurch konnte er seine Aufgaben im Verein über so viele Jahre wahrnehmen. Sein Wirken war stets von Respekt, Umsicht und Verantwortungsgefühl geprägt. Was ihn auszeichnete, war die Selbstverständlichkeit, mit der er half. Er stellte sich nie in den Vordergrund, sondern stellte die Sache, den Verein und die Belange
der Gemeinschaft voran.

Noch im letzten Jahr übte er die Funktion des Vorsitzenden aus, weil sich kein Nachfolger fand. Er tat dies aus echter Sorge um den Fortbestand unserer Gemeinschaft. Bis zuletzt blieb er Teil des Organisationsteams, war Ansprechpartner, Mitdenker und geschätzter Ratgeber. All dies tat er mit Bescheidenheit, Ausdauer und Pflichtgefühl.

Seine positive, humorvolle und oft auch verschmitzte Art wird uns bei den Treffen fehlen. Mit seinem Tod verlieren wir nicht nur einen langjährigen Vorsitzenden, sondern einen Menschen, der unsere Gemeinschaft geprägt hat – und dessen Spuren bleiben werden. Wir sind dankbar für alles, was Gottfried für den Verein der Rosenberger getan hat. Sein Wirken und seine Art werden in dankbarer Erinnerung bleiben.

In dieser Stunde sind unsere Gedanken auch bei seiner Familie. Ihr gilt unser Mitgefühl. Möge die Gewissheit ein wenig Trost spenden, dass Gottfried von vielen Menschen geachtet und geschätzt wurde.

Mit Worten des Böhmerwalddichters Adalbert Stifter, in dessen Geburtshaus wir im letzten Jahr noch zusammen mit Gottfried weilten, möchte ich schließen:

„Ewig bleibt es unverloren, was das Herz dem Herzen gab.“

Es war uns eine Ehre, mit Dir lieber Gottfried in unserer Gemeinschaft ein Stück des Weges gegangen zu sein.
Wir werden Dich nicht vergessen!