{"id":117,"date":"2016-04-05T20:37:20","date_gmt":"2016-04-05T18:37:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.museum-freistadt.at\/rosenberger\/?page_id=117"},"modified":"2021-04-14T14:20:29","modified_gmt":"2021-04-14T12:20:29","slug":"kodetschlag","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.museum-freistadt.at\/rosenberger\/pfarrdoerfer\/kodetschlag\/","title":{"rendered":"Kodetschlag"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.museum-freistadt.at\/rosenberger\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Kodetschlag-Ortsplan-skizze.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.museum-freistadt.at\/rosenberger\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Kodetschlag-Ortsplan-skizze.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1044\" width=\"350\" height=\"351\" srcset=\"https:\/\/www.museum-freistadt.at\/rosenberger\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Kodetschlag-Ortsplan-skizze.jpg 572w, https:\/\/www.museum-freistadt.at\/rosenberger\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Kodetschlag-Ortsplan-skizze-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.museum-freistadt.at\/rosenberger\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Kodetschlag-Ortsplan-skizze-298x300.jpg 298w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Die Gemeinde Kodetschlag<\/strong>&nbsp;von Johann Lackinger (Witzany)<\/p>\n\n\n\n<p>Nach der Volksz\u00e4hlung von 1938 geh\u00f6rten zur Gemeinde Kodetschlag 7 Ortschaften mit 785 Einwohnern, davon 751 Deutsche, 28 Tschechen, 6 Ausl\u00e4nder. Das Grundausma\u00df betrug 1.886 ha mit 119 H\u00e4usern. Die zugeh\u00f6rigen Ortschaften waren: Kodetschlag, Bamberg, Seiften, Bludau, Kropfetschlag, Ober-Steind\u00f6rfel, Unter-Steind\u00f6rfel, Rudetschlag. Zur Pfarrei Rosenberg geh\u00f6rten Kodetschlag und Bamberg, Seiften, Bludau und Kropfetschlag geh\u00f6rten zur Pfarrei Oberhaid und Steind\u00f6rfel und Rudetschlag zur Pfarre Unterhaid. Kropfetschlag, Ober-Steind\u00f6rfel und Rudetschlag grenzten an \u00d6sterreich. In die zweiklassige Schule von Kodetschlag gingen die Kinder aus Kodetschlag, Bamberg, von vier Familien aus Seiften und f\u00fcnf Familien aus Bludau. Die Kinder der anderen Familien gingen nach Oberhaid. Weiters kamen noch die Kinder aus Ober- und Unter-Gallitsch und von einer Familie aus Hochdorf. An Gewerbe war vorhanden: eine Schmiede in Kodetschlag, ein Schneider in Rudetschlag, ein Maurermeister (Pachler) in Bamberg und eine Zementwarenerzeugung. Gasth\u00e4user gab es in Kodetschlag eins, in Seiften zwei, Bludau hatte eines und das bekannteste war der ,,Kuhler&#8220; (auch Koller, Kohler) an der gro\u00dfen Kreuzung der Stra\u00dfen HohenfurtKaplitz und Oberhaid-Rosenberg. Dort traf man sich aus allen Richtungen am Sonntag zum Tanz, bei dem die Brunner-Musi vom Pfeifenmacher Brunner aus Rosenberg aufspielte. An Vereinen gab es je eine Freiwillige Feuerwehr in Kodetschlag und Bludau. Eine Geschichte gibt es: In Kropfetschlag hatten alle Kr\u00f6pfe, die wurden aufgeschnitten. Da gab es soviel Blut, da\u00df es sich unten gesammelt hat. Drum hei\u00dft es Kropfetschlag und unten hei\u00dft es Bludau. Da flo\u00df das Blut weiter und es haben alle Leute geseufzt (\u201eg&#8217;seifzt&#8220;), drum hei\u00dft die n\u00e4chste Ortschaft Seif (z)ten. Die H\u00e4user der Ortschaft Kodetschlag: Nr. 1: \u201eBeim Schaun&#8220;, Name Brunner. Nr. 2: \u201eAgal&#8220;, Name Kopatsch. Von den zwei S\u00f6hnen ist einer gefallen, der andere wohnt in Wiesloch\/Baiertal. Nr. 3: Ein kleines Einfamilienhaus, fr\u00fcher wohnte ein Wagner drinn, dann ein Stra\u00dfenw\u00e4rter, Luksch, eine Tochter hatte einen Powolny (Mesner) von Rosenberg geheiratet. Zwei S\u00f6hne, einer gefallen, der andere lebt bei Frankfurt. Nr. 4: \u201eWitzany&#8220;, Name Lackinger (das bin ich, der Verfasser dieses Berichtes). Mein Vater ist im 1. Weltkrieg gefallen. Wir waren sechs Geschwister. Ich, der \u00c4lteste, war damals neun Jahre alt. Heute sind wir noch vier. Ein Bruder wohnt in St. Martin bei Traun, der j\u00fcngste ist in Hunsr\u00fcck bei Passau und meine Schwester bei G\u00f6ppingen. Meine Frau war eine Drescher (\u201eSeppnbaun&#8220; \u2014 Bamberg). 1946 mu\u00dfte sie mit zwei Kindern fort, ich war in russischer Gefangenschaft, erst in Deutschland haben wir uns gefunden. Nr. 5: War die Schmiede. Der Schmied hie\u00df Steinbichel. Die Schmiede wurde aber in den 30er Jahren verkauft an einen Linhart, der kam aus Zettlesreit bei Rosenthal. Nr. 6: War das Gemeindehaus. Fr\u00fcher wohnte der Schuster und Schweinehirt darin. Zuletzt wohnte ein Maurer mit Namen Wagner dort. Nr. 7: \u201eJungbaun&#8220;, Name Barth, ein Sohn wohnt im Kreis Buchen.&nbsp;Nr. 8: Das Gasthaus \u201eLockinger&#8220;, Name Petermichl, da waren sieben Kinder. Der J\u00fcngste ist gefallen, zwei M\u00e4del leben noch, eine ist meine Schw\u00e4gerin. Die und noch eine Schwester sind in St. Martin bei Traun. Nr. 9: \u201eAltrichter&#8220;, Name Klement. Eine Tochter hat \u00fcbernommen und hie\u00df dann Pils, das war eine Haustoni von Seiften. Der Vater, drei Br\u00fcder und ich, wir haben mit den Brunner Buben (Pfeifenmacher) aus Rosenberg Musik gemacht. Nr. 10: War ein kleines H\u00e4usl (Gabelmacher). Gewohnt hat dort eine Familie Stoiber. Nr. 11: \u201eBirafellner&#8220;, viel fr\u00fcher haben sie Birkenfellner gehei\u00dfen. In meinem Ahnenpa\u00df kommt eine Birkenfellner vor, um 1800. Jetziger Name Lakinger, ohne ck. Nr. 12: \u201eWiesinger&#8220;, fr\u00fcher war ein Gr\u00fcneis drauf. Wurde verkauft an Pfeiffer. Nr. 13: \u201eWastl&#8220;. Fr\u00fcher war ein Biebl von Wilentschen oder Sabratne drauf. Der hat verkauft an einen Tschechen Vitwar. Dieser bzw. der Sohn ist noch drauf. Nr. 14: \u201eLeichtner&#8220;, Familie Paukner. Nr. 15: \u201eKernzl&#8220;, fr\u00fcherer Name Wirtl. Ist verkauft worden an Familie Pecho. Nr. 16: \u201eMaurer&#8220;, Familienname Schmitt. Von der Familie ist sonst nichts bekannt. Der Sohn Albert hat sich in Richtung Zartlesdorf ein Haus gebaut, welches die Nr. 29 hatte. Nr. 17: Ein kleines Haus, Familie Kowatschek. Nr. 18: \u201eZimmerhans&#8220;, Familie Proyer, er war ein ,,Valentin&#8220;-Sohn aus Bamberg. Wurde verkauft an Familie Wolf. Die Wolfs hatten drei Kinder. Der J\u00fcngste ist gefallen, der \u00c4ltere war in England in Gefangenschaft und hat dort geheiratet. Die Tochter und die Eltern sind in Wiesloch gestorben. Nr. 19: \u201ePfandlbauer&#8220;, so war auch der Familienname. Aus dem Haus stammte meine Mutter. Ihr Bruder war viel j\u00fcnger und ist im Krieg gefallen. Nr. 20: Verfallen. Nr. 21: War der \u201eMauthof&#8220;. Wurde nach dem ersten Weltkrieg dem Grafen Buquoy enteignet und einem Tschechen verkauft. Dieser, mit Namen Lorenz, war auch nach 1945 wieder dort. Sp\u00e4ter wegen Funkverbindung zum Westen zu lebenslangem Zuchthaus verurteilt. Nr. 22: War das \u201eSchneiderh\u00e4usl&#8220;, an die Schmiede angebaut. Es war ganz aus Holz. Der Schneider hat Mayer gehei\u00dfen. Der Sohn aus erster Ehe Pils. Nr. 23: Angebaut an das Gemeindehaus, Familie Tweraser. Nr. 24: \u201eSinner-H\u00e4usl&#8220;, Familie Proyer. Nr. 25: Die zweiklassige Volksschule. Der letzte Lehrer hie\u00df Liebl. Nr. 26: Au\u00dferhalb der Ortschaft, eine Zementwaren-Erzeugung. Nr. 27: \u201eStadelbauer&#8220;, aus einer Scheune wurde ein Wohnhaus, Name Tuscher. Nr. 28: Pfandlbauer, hat ein Wohnhaus au\u00dferhalb des Ortes gebaut. Nr. 29: \u201eMaurer Wertl&#8220;&#8218;, siehe Nr. 16. Nr.30: \u201eWitzany Wertl&#8220;, Name Lackinger, also mein Bruder. Etwa 30 Meter neben meinem Haus \u2014 Nr. 4 \u2014 haben wir das Haus gebaut. Er hat eine Tochter vom Hammer (\u201eWacha&#8220;) aus Bamberg geheiratet.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.museum-freistadt.at\/rosenberger\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Ortsch._Ro._Kodetschlag-19_Pfandlbauer-vulgo-Bfandlb._Ernte_ca.-.....-_K.-B-scaled-e1588425185355.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.museum-freistadt.at\/rosenberger\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Ortsch._Ro._Kodetschlag-19_Pfandlbauer-vulgo-Bfandlb._Ernte_ca.-.....-_K.-B-scaled-e1588425185355.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2385\" width=\"300\" height=\"287\" 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