{"id":2786,"date":"2020-10-14T13:32:55","date_gmt":"2020-10-14T11:32:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.museum-freistadt.at\/rosenberger\/?p=2786"},"modified":"2020-10-14T14:00:39","modified_gmt":"2020-10-14T12:00:39","slug":"eroeffnung-sudetendeutsches-museum-muenchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.museum-freistadt.at\/rosenberger\/eroeffnung-sudetendeutsches-museum-muenchen\/","title":{"rendered":"Er\u00f6ffnung Sudetendeutsches Museum M\u00fcnchen"},"content":{"rendered":"\n<h2 style=\"text-align: center;\"><strong>Museumser\u00f6ffnung in der Hochstra\u00dfe<\/strong><strong>:<br><\/strong><strong>Erinnerung an Bayerns &#8222;vierten Stamm&#8220;<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.museum-freistadt.at\/rosenberger\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Bild1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2787\" width=\"677\" height=\"381\" srcset=\"https:\/\/www.museum-freistadt.at\/rosenberger\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Bild1.jpg 704w, https:\/\/www.museum-freistadt.at\/rosenberger\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Bild1-300x169.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 677px) 100vw, 677px\" \/><figcaption>Das Geb\u00e4ude an der Hochstra\u00dfe ist verwinkelt, was einen Rundgang durch die Ausstellung spannend macht.<br>&nbsp;(Foto: Peter Kneffel\/dpa)<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>&#8222;Nichts Geringeres und nichts Gr\u00f6\u00dferes als das Erlebnis namens Heimat&#8220; steht in wei\u00dfer Schrift auf schwarzer Wand hinter Markus S\u00f6der. Dieser Ausspruch stammt zwar nicht vom ehemaligen bayerischen Heimatminister, aber S\u00f6der d\u00fcrfte die Worte des fr\u00fcheren tschechischen Pr\u00e4sidenten V\u00e1clav Havel von Herzen unterzeichnen, die dieser 1997 in einer Rede vor dem Deutschen Bundestag sagte. S\u00f6der steht an diesem Montag vor einem m\u00e4chtigen Bau mit Sandsteinfassade am Isarhochufer, das nun das Sudetendeutsche Museum beherbergt und von Ende Oktober an \u00f6ffentlich zug\u00e4nglich ist. Es ist ein weltweit einzigartiges Haus, das die Geschichte, Kultur und das Schicksal der Volksgruppe beleuchtet.<\/p>\n<p>Bei der Er\u00f6ffnung am Montagvormittag ist deshalb viel von einem &#8222;Leuchtturmprojekt&#8220; die Rede. F\u00fcr Ministerpr\u00e4sident S\u00f6der sei dies ein &#8222;besonderer emotionaler Tag und Moment&#8220;. Schlie\u00dflich ist Bayern seit der Vertreibung von etwa drei Millionen Sudetendeutschen, von denen fast die H\u00e4lfte nach dem Zweiten Weltkrieg im Freistaat Bayern eine neue Heimat fanden, Schirmherr der Sudetendeutschen, die offiziell neben Altbayern, Franken und Schwaben &#8222;vierter Stamm&#8220; Bayerns&nbsp;sind.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.museum-freistadt.at\/rosenberger\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Bild2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2790\" width=\"661\" height=\"371\" srcset=\"https:\/\/www.museum-freistadt.at\/rosenberger\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Bild2.jpg 640w, https:\/\/www.museum-freistadt.at\/rosenberger\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Bild2-300x169.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 661px) 100vw, 661px\" \/><figcaption>Vier Schnitte f\u00fcr ein Museum: Am Montag er\u00f6ffneten Landtagspr\u00e4sidentin Ilse Aigner (v. links), Ministerpr\u00e4sident Markus S\u00f6der, Staatsministerin Monika Gr\u00fctters und Bernd Posselt, Sprecher der Sudetendeutschen Volksgruppe, das neue Geb\u00e4ude.<br>&nbsp;(Foto: Peter Kneffel\/dpa)<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Vor fast zwei Jahrzehnten hatte der damalige bayerische Ministerpr\u00e4sident Edmund Stoiber in einer Ansprache erkl\u00e4rt, dass an der Hochstra\u00dfe in der M\u00fcnchner Au zus\u00e4tzlich zum bereits bestehenden Sudetendeutschen Haus ein eigenes gro\u00dfes Museum entstehen solle. Daran erinnert sich Bernd Posselt, der Sprecher der Sudetendeutschen Volksgruppe und langj\u00e4hrige Europa-Abgeordnete, noch ziemlich genau. Er sei davon begeistert gewesen, und nun, im Oktober 2020, stellt er fest: &#8222;Unser Ged\u00e4chtnis ist hier in diesem Museum festgehalten, aber es gibt uns auch&nbsp;Orientierung.&#8220;<\/p>\n<p>Es ist ein gro\u00dfes Gemeinschaftsprojekt, das in fast zwei Jahrzehnten nicht nur vom Bund und Freistaat gef\u00f6rdert und finanziert wurde &#8211; insgesamt hat der Neubau an der Hochstra\u00dfe etwa 26 Millionen Euro gekostet, zwei Drittel der Summe zahlte der Freistaat, ein Drittel der Bund. Zahlreiche Forscher und nicht zuletzt die Sudetendeutsche Stiftung als Tr\u00e4gerin des Museums suchten Exponate, Schriftst\u00fccke und Bildmaterial in jahrelanger Kleinarbeit zusammen. Herausgekommen ist eine ebenso bewegende wie bedr\u00fcckende Dauerausstellung, die sich in dem eindrucksvollen Geb\u00e4udekomplex an der Hangkante zur Isar befindet. Auf f\u00fcnf Etagen k\u00f6nnen die k\u00fcnftigen Besucher die Geschichte, Kultur und Wirtschaft der Sudetendeutschen entdecken. Auf jedem Stockwerk bietet das Haus, das das M\u00fcnchner Architekturb\u00fcro pmp architekten entworfen hat, multimediale Einblicke in das Leben der Menschen, die nach dem Zweiten Weltkrieg aus ihrer alten Heimat vertrieben worden&nbsp;waren<\/p>\n<p>Ganz oben, im dritten Obergeschoss, n\u00e4hert sich die Dauerausstellung der Heimat der Sudetendeutschen in B\u00f6hmen, M\u00e4hren und Sudetenschlesien an. Die Sudetengebiete wurden im 12. und 13. Jahrhundert vor allem von Bauern, Handwerkern, Bergleuten, Kaufleuten und M\u00f6nchen aus Bayern, dem Rheinland, aber auch Sachsen und Schlesien besiedelt. &#8222;Sie kamen auf Einladung der b\u00f6hmischen und m\u00e4hrischen Herrscher aus dem Geschlecht der P\u0159emysliden&#8220;, hei\u00dft es auf einer Erkl\u00e4rtafel der Ausstellung. Es war kein einheitliches Siedlungsgebiet, an dem sich die Menschen niederlie\u00dfen, doch sie pr\u00e4gten die St\u00e4dte und Landschaften&nbsp;nachhaltig.<\/p>\n<p>So sind im zweiten Stock Produkte aus den verschiedensten Wirtschaftszweigen zu finden. Damenstr\u00fcmpfe von Kunert etwa, Gablonzer Modeschmuck, Spitze aus dem Erzgebirge und sogar das l\u00e4ngste Serienmotorrad der Welt, die &#8222;B\u00f6hmerland&#8220; aus dem Jahr 1938. In jedem Stockwerk des Geb\u00e4udes, das keinerlei rechte Winkel aufweist und den Besucher auf Leitlinien im Zickzack durch die Ausstellung geleitet, sind raumhohe Fenster, die den Blick auf alte B\u00e4ume am Auer M\u00fchlbach in Richtung Innenstadt freigeben. Moderne museumsp\u00e4dagogische Konzepte lassen die Geschichte und die Kultur der Sudetendeutschen spielerisch erfahren oder auch ertasten, wie das &#8222;Prager Jesulein&#8220;, ein interaktiver Schautisch und viele weitere Tastobjekte. In zahlreichen Bildern und Schautafeln entwickelt sich die Geschichte der Volksgruppe, wie auch im ersten Stockwerk \u00fcber die Entstehung des Nationalit\u00e4tenkonflikts zu sehen ist, die schlie\u00dflich in einer millionenfachen Flucht und Vertreibung einen traurigen Tiefpunkt&nbsp;findet.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.museum-freistadt.at\/rosenberger\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Bild3.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2791\" width=\"665\" height=\"374\" srcset=\"https:\/\/www.museum-freistadt.at\/rosenberger\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Bild3.jpg 640w, https:\/\/www.museum-freistadt.at\/rosenberger\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Bild3-300x169.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 665px) 100vw, 665px\" \/><figcaption>Reiche Kultur: Kulturstaatsministerin Monika Gr\u00fctters (CDU) und Bayerns Sozialministerin Carolina Trautner (CSU) betrachten Ausstellungsobjekte im neuen Museum.<br>&nbsp;(Foto: Peter Kneffel\/dpa)<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Als &#8222;Kristallisationspunkt&#8220; der sudetendeutschen Geschichte und Kultur bezeichnet der Vorsitzende der Sudetendeutschen Stiftung, Ortfried Kotzian, das neue Museum. Es sei ein Ort, &#8222;der \u00fcber Mit- und Gegeneinander, \u00fcber Flucht, Vertreibung und Vers\u00f6hnung berichtet&#8220;. Das ist bei der Er\u00f6ffnungsfeierlichkeit allen beteiligten Politikern wichtig zu betonen: So sei auch die Rolle der Vertriebenen im europ\u00e4ischen Vers\u00f6hnungsprozess nicht zu untersch\u00e4tzen, so S\u00f6der. Staatsministerin Monika Gr\u00fctters (CDU) bezeichnet das Sudetendeutsche Museum in M\u00fcnchen geradezu als &#8222;\u00fcberf\u00e4llig&#8220;. Denn das Wissen \u00fcber das Schicksal der Menschen drohe in Vergessenheit zu&nbsp;geraten.<\/p>\n<p>F\u00fcr das Publikum wird das Museum erstmals am 30. Oktober er\u00f6ffnet, etwa drei Jahre sp\u00e4ter als urspr\u00fcnglich geplant. Besucher werden \u00fcberrascht sein, wer alles mit Sudetendeutschen verbunden werden kann: vom Autobauer Ferdinand Porsche \u00fcber Kabarettistin Luise Kinseher bis hin zu Kinderbuchautor Otfried Preu\u00dfler. Sogar der Gartenzwerg ist eine sudetendeutsche&nbsp;Erfindung.<\/p>\n<p><strong><em>Bericht: S\u00fcddeutsche Zeitung 12. Oktober 2020, 17:42 Uhr<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Das Sudetendeutsche Haus in M\u00fcnchen befindet sich in der Hochstra\u00dfe 8 im Stadtteil Au, unweit des Kulturzentrums Gasteig.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.br.de\/nachrichten\/bayern\/leuchtturm-projekt-sudetendeutsches-museum-in-muenchen-startet,SDBzjvL\">https:\/\/www.br.de\/nachrichten\/bayern\/leuchtturm-projekt-sudetendeutsches-museum-in-muenchen-startet,SDBzjvL<\/a><\/p>\n<div class=\"mod\" data-md=\"655\" data-hveid=\"CA4QAA\" data-ved=\"2ahUKEwj3oseVgLTsAhWREBQKHTVDCXQQrOQFMAR6BAgOEAA\">&nbsp;<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Museumser\u00f6ffnung in der Hochstra\u00dfe:Erinnerung an Bayerns &#8222;vierten Stamm&#8220; &#8222;Nichts Geringeres und nichts Gr\u00f6\u00dferes als das Erlebnis namens Heimat&#8220; steht in wei\u00dfer Schrift auf schwarzer Wand hinter Markus S\u00f6der. 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