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Museum

Das Mühlviertler Schlossmuseum ist ein Museum mit einem breiten Spektrum von Sammlungen und Ausstellungen – von Stadtgeschichte über Volkskunde bis zur Alltagskultur, vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Die Situierung im Schloss in Freistadt ist Programm: das historische Wissen eines Landstrichs wird an einem historischen Ort gesammelt, bearbeitet, aufbewahrt, vermittelt und erforscht. Ziel des Museums ist es zu sammeln, zu bewahren, zu vermitteln und zu forschen. Die historischen Zeugnisse sollen nicht nur vergangenes Leben dokumentieren, sondern auch Antworten auf aktuelle Themen geben und beim Blick auf die Geschichte und bei der Arbeit mit den historischen Zeugnissen offen für aktuelle Themen und Fragestellung zu sein. Grundlage dafür ist die Bewahrung, Erforschung und permanente Neuinterpretation der Sammlungsobjekte und deren Bedeutung im Leben der Menschen. Obwohl sich unser Museum nicht primär als Kunst-Institution versteht, ist auch die Befassung mit Kunst und ihren Entstehungsbedingungen Aufgabe des Museums. Ästhetische Phänomene werden in gesellschaftspolitische und kulturgeschichtliche Zusammenhänge gestellt und mit über sie hinausreichenden Fragen ergänzt. Das Mühlviertler Schlossmuseum Freistadt ist Wissensspeicher und öffentliches Medium. Es bietet Denk- und Reflexionsraum für Alteingesessene, Freistadt-Neulinge und Kurzzeit-Gäste.

Geschichte

Das Gebäude wurde 1363 bis 1397 vom Habsburgerherzog Rudolf IV erbaut. Aus der Zeit nach 1400 stammt die Kapelle, der Bergfried aus dem Jahr 1397. Bis 1700 war das Schloss Teil der landesfürstlichen Herrschaft. Später gelangte es in den Besitz der Adelsfamilien Harrach und Kinsky bis zur Aufhebung der Grundherrschaften 1848. 1798 kaufte es die Stadt Freistadt, seit 1853 gehört es dem Bund. Von 1801 bis 1924 wurde das Schloss als Kaserne genutzt, seit 1924 haben verschiedene Ämter hier den Sitz, wie etwa das Finanzamt. Seit 1926 ist auch das Mühlviertler Schlossmuseum Freistadt – zunächst unter dem Namen „Heimathaus Freistadt“ – hier untergebracht. Den Ursprung der Sammlung des Museums lag im Stadtarchiv Freistadt. Als erster Ausstellungsraum wurde die Schlosskapelle adaptiert. 1932 folgte die Säulenhalle nach baulicher Sanierung. Die Sammlung wuchs an, sodass 1937 über die Ergänzung der Räume um den Bergfried nachgedacht wurde. Allerdings konnte erst 1947 die Erweiterung der Museumsräume mit der Gebäudeverwaltung verhandelt werden. Ende Mai 1948 begannen die Bauarbeiten im Bergfried, zehn neue Turmräume wurden geschaffen. Die Neueröffnung fand schließlich im Juli 1949 statt. Die Bestände des Museums und die Führung wurden Anfang der 1950er Jahre vom Oberösterreichischen Landesmuseum übernommen. So wurde eine Professionalisierung in der Museumsarbeit erreicht. Der damalige Leiter Franz Dichtl schuf die Voraussetzungen für einen modernen effektiven Museumsbetrieb und forcierte und systematisierte die Sammlungstätigkeit. Sein Nachfolger Prof. Adolf Bodingbauer legte den Sammlungsschwerpunkt auf sakrale bildende Kunst. Im Jahr 2000 übernahm ein Musealverein die Führung des Museums, wobei die Fachleute des Landesmuseums zusammen mit dem Kustos Fritz Fellner die internen Belange sowie die Sammlungsstrategien neu definierten. In diesem Zeitraum fallen auch größere Umbauten, wie etwa die Schaffung eines zeitgemäßen Foyers und die Schaffung von Sonderausstellungsräumlichkeiten. Die Sammeltätigkeit wurde ausgeweitet auf Objekte der Alltagskultur. Derzeit verwaltet das Museum etwa 23.000 Objekte, mehr als 12.000 sachbezogene Bücher und etwa 10.000 Bilddokumente. Die Verwaltung dieser Sachzeugen sind digitalisiert und können in einer Datenbank abgefragt werden.

Bibliothek

Das Mühlviertler Schlossmuseum Freistadt betreut folgende Bibliotheksbestände mit insgesamt 17.000 Bänden: 1) die Museumsfachbibliothek zu den Sammlungsthemen des Museums 2) die ehemalige Bezirkslehrerbibliothek 3) die Bibliothek der zoll- und finanzgeschichtlichen Sammlung 4) Bibliographie zu Aufsätzen und Büchern bezüglich Freistadt Der Bibliotheksbestand ist unter obenstehenden Links online einsehbar und zu den Öffnungszeiten des Museums entlehnbar (falls die Bücher unter konservatorischen Aspekten leihfähig sind).

Archiv

Unter der Leitung von Franz Dichtl (von 1926 bis 1939 als Museumsmitarbeiter, von 1939 bis 1946 als ehrenamtlicher Kustos und von 1946 bis 1965 als hauptamtlicher Kustos) erhielt das Heimathaus Freistadt das Aussehen, das es heute noch hat. Er schuf eine praktikable Museumsordnung, nach der heute noch im Zeitalter der computerunterstützten Archivierung gearbeitet wird. Um die anfängliche „Unordnung“ der Bestände im Freistädter Stadtarchiv aufzuarbeiten erstellte er eine strenge Struktur der Verwaltung der Objekte, Archivalien und des Bücherbestandes. Zu diesem Zweck entwickelte er ein Verzeichnis von 54 Sachgebieten, in welche die Archivalien nun eingeteilt werden können. Das gesamte Sachgebietsverzeichnis ist unter folgendem Link online einsehbar.

Diese Ordnung zieht sich durch alle Sammelgebiete: sowohl die Museumsobjekte, die Bildkartei, die Bibliothek als auch die Schriftgutsammlung ist danach geordnet.