Dauerausstellungen

Stadtgeschichte im Südtrakt

Schwerpunkt der musealen Präsentation ist auch die beinahe 800-jährige Geschichte der Stadt Freistadt, die anhand von Originalobjekten, wie etwa Pechkrug, Steinkugeln oder Hakenbüchse veranschaulicht wird. Zur Zeit ist dieser Teil der Sammlung in zwei Räumen im ersten Stock untergebracht. Der Wohlstand der Bürger im Mittelalter war einerseits im Handel andererseits im Handwerk begründet. Europaweite Handelsbeziehungen, wie etwa nach Venedig, Nürnberg oder Krakau waren keine Seltenheit. Als Beispiel dieser glanzvollen Epoche werden Waagen und Gewichte, Zunfttruhen und Kundschaften ausgestellt.

Volkskunde und Handwerksgeschichte

Im Bergfried befindet sich die Dauerausstellung auf neun Etagen zu den Themen der Alltagskultur und Volkskunde aus dem 19. Jahrhundert. Gezeigt werden Objekte und Dokumente betreffend Gerichtsbarkeit, Handel, Waag- und Messwesen, Handwerk, Zunftwesen, Schützenwesen, Hygiene, Brauch und Volksfrömmigkeit. Jede Etage ist einem speziellen Themenbereich gewidmet.

Von der Türmerstube – der höchsten Etage – gelangt man auf den Rundgang in 40 Metern Höhe, der früher dem Türmer als Aussichtsmöglichkeit diente und heute einen Überblick über die ganze Stadt und die Umgebung bietet.

Hinterglasmalerei in der Kapelle

Das Museum zeigt Hinterglasbilder aus der Zeit von 1780 bis 1930 aus Sandl, Buchers und Außergefild. Im 19. Jahrhundert wurde die Hinterglasmalerei zur Volkskunst, die vorwiegend von Handwerkern und
ihren Familien ausgeübt wurden. Die Bilder entstanden in Arbeitsteilung, gearbeitet wurde nach Vorlagen. Kennzeichen der Bilder sind die vereinfachten Formen, flächenfüllende Farbigkeit, sowie die
Ornamentik. Vertrieben wurde die Bilder mittels Großkaufleuten, häufiger aber durch die sogenannten „Kraxentrager“, wandernde Verkäufer, die ihre Hinterglasbilder weit über den österreichischen, bayerischen und böhmischen Raum hinaus verbreiteten. Die Bilder geben Einblick in die religiöse Praxis früherer Generationen, die durch Verehrung von Heiligen Schutz für die Familie, für Haus, Hof und Tiere erreichen wollten, zeigen aber auch andere religiöse Szenen.

Im Mai 2002 wurde die Hinterglassammlung neu eröffnet, nachdem die Schlosskapelle nach klimatischen Aspekten saniert wurde um die Bilder vor Schäden durch Temperaturschwankungen zu bewahren.


Download Text: <a href=“http://www.museum-freistadt.at/wp-content/uploads/2012/05/Geschichte-der-Hinterglasmalerei.pdf“>Geschichte der Hinterglasbilder</a>


Oberösterreichische Keramik aus St. Peter im Gesindehaus

Der kleine Ort St. Peter bei Freistadt erlangte seine Bedeutung vor allem durch einen Keramikbetrieb, der ab Anfang des 20. Jahrhunderts zuerst Gebrauchsgeschirr und von 1921 bis 1959 Ziergegenstände aus Keramik und sogenannte „Alpenblumenkeramik“ produzierte.
In einer Zeit des aufkommenden Tourismus erfreuten sich die mit Applikationen aus Obst und Alpenblumen geschmückten Vasen, Schalen, Kerzenleuchter, Teller und Schüsseln größter Beliebtheit. Sie unterscheiden sich auf den ersten Blick wenig von Produkten aus St. Peter bei Graz, Liezen, Radstadt oder Mürzzuschlag. Trotz etlicher Werke von durchwegs künstlerischem Wert erging es auch der Mühlviertler Keramikfirma wie den meisten anderen österreichischen Herstellern dieser Produkte: mit neuen Modeströmungen und geändertem Geschmack kam das wirtschaftliche Ende, diese Art von Zierkeramik verschwand aus dem Alltag.
Das Mühlviertler Schlossmuseum Freistadt verhilft den manchmal abschätzig als Kitsch bezeichneten, aber durchaus ansprechenden Objekten nun zu einem neuen Auftritt und zeigt in einem neu eingerichteten Dauerausstellungsraum seine Bestände der Oberösterreich Keramik aus St. Peter bei Freistadt.

<a href=’http://www.museum-freistadt.at/wp-content/uploads/2011/12/Zeitleiste-St.-Peter-Keramik.pdf‘ target=“_blank“>Zeitleiste St. Peter Keramik</a>

Zoll- und finanzgeschichtliche Sammlung

Die Schausammlung bietet einen chronologischen und sachbezogenen Überblick über die Geschichte des oberösterreichischen Finanz- und Zollwesens. Sammlungsschwerpunkt ist das Finanzamt, der Zoll sowie die Zollwache (Ausrüstung, Grenz- und Zolldokumente, Ausweise, Pässe, Landkarten, Dienstbücher etc.), Schmuggel (Rauschgift, Alkohol, Produktpiraterie, Grenzverletzungen, Hilfsmittel zum Schmuggel), Signetten und Stempel (Stempelmarken, Spielkarten, Notgeld), Ehren- und Auszeichnungen und Distinktionen (Orden, Medaillen), Verwaltung (Bürobehelfe, Mobiliar, Stempel, Formulare etc.) sowie Gesetze und Vorschriften. Bemerkenswert sind die prächtigen Amtschilder von Finanzdienststellen der letzten zwei Jahrhunderte sowie die Beamtenuniformen von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis in unsere Zeit.

Die Sammlung kann nach Voranmeldung besichtigt werden.