Instagram
Facebook

Sammlung Wiesinger


Der Zwinger zwischen Bürgergardeturm und Linzertor. In den freien Flächen waren Gemüsegärten angelegt. Das niedere längliche Gebäude neben dem Linzertor sind die Reste der ehemaligen Fleischbänke, die bis etwa 1820 in Betrieb waren. Eine ähnliche Einrichtung befand sich beim Böhmertor. Die Freistädter Fleischhauer durften ihre Produkte aus hyhienischen Gründen nicht in den eigenen Häusern verkaufen. Zur leichteren behördlichen Kontrolle wurden die Verkaufsstände der Fleischhauer bei den Stadttoren angesiedelt.

(Foto: Karl Wiesinger, 1955, Bearbeitung: Florian Böttcher)


Baracken als Wohnungen. Nach dem 2. Weltkrieg herrschte in Freistadt große Wohnungsnot. Grund war die große Anzahl von Flüchtlingen. Daher wurden auch die ehemaligen Baracken der Freistädter Panzerjägerkaserne, die auf dem Stieranger standen, zu Wohnzwecken herangezogen. Die Wohnverhältnisse waren zwar beengt und die sanitären Einrichtungen einfach, die Kinder hatten aber einen Abenteuerspielplatz direkt vor der Haustür. Die Baracken verschwanden bis etwa 1965 aus dem Stadtbild. Als zeitgemäßen Ersatz hat sich die Stadtgemeinde bemüht, moderne Wohnhäuser in den Vorstädten zu errichten.

(Foto: Karl Wiesinger, 1955, Bearbeitung: Florian Böttcher)


Der südliche Stadtgraben von Freistadt. Im Bereich des Rathausturmes war der Stadtgraben noch eher naturbelassen. Er diente als Naherholungsgebiet für die Innenstadtbewohner. Erst in den 1960er Jahren wurde er zu einem kunsvoll ausgestatteten Park mit verschiedenen Spielmöglichkeiten für Kinder umgestaltet. Es gab auch Zeiten, wo es hier sogar ein Hirschgehege gegeben haben soll. Die Mauer auf der die drei Freistädterinnen sitzen, stammt aus den 1930er Jahren und wurde vom Freistädter Steinmetzmeister Anton Zeman errichtet. Sie hat also kein historisches Vorbild.

(Foto: Karl Wiesinger, 1955, Bearbeitung: Florian Böttcher)


Der Dechanthofturm an der Südseite der Stadt stammt aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. In dieser Zeit war es üblich und Stand der Befestigungstechnik, dass nicht mehr halbrunde sondern runde Türme zur Verstärkung der Mauern gebaut wurden. Die Begrenzungsmauer im Vordergrund ist rezent und entspricht nicht den historischen Tatsachen.

(Foto: Karl Wiesinger, 1955, Bearbeitung: Florian Böttcher)[/caption]


Kornmandlfeld mit Vierkanthof in der Nähe von Freistadt. Es könnte der Gensecker sein, genau kann man aber das nicht feststellen. Bis weit in die 1950er Jahre konnte man solche Felder sehen, die beinahe bis zur Stadtmauer reichten. Die Vorstädte hatte bei weitem nicht die Ausdehnungen, wie wir sie heute kennen.

(Foto: Karl Wiesinger, 1955, Bearbeitung: Florian Böttcher)


Der Hauptplatz von Freistadt kurz vor Abzug der russischen Besatzungsmacht. Es gab damals kein Parkplatzproblem und auch keine Kurzparkzone. Der riesige Platz gehörte noch den Fußgängern. Die wenigen Autos und die Fuhrwerke wurden einfach entlang der Gesteigen vor den Häusern abgestellt. An der nördlichen Platzseite gab es das Geschäft des Uhrmachers Max Haider, das Gasthaus zur Krone, die Eisenhandlung Stöbich-Pirklbauer und jenseits der Böhmergasse den Detail- und Großhandel des Franz Haunschmid.

(Foto: Karl Wiesinger, 1955, Bearbeitung: Florian Böttcher)


Im Sommer 1955 ist es endlich so weit: Die russischen Besatzungssoldaten verlassen die Stadt und auch ihr Verwaltungszentrum, das Hagleitner-Haus. Endlich können die Eigentümer wieder in ihr Haus, das sie vor zehn Jahren über Nacht verlassen mussten. Vorher war aber noch ein gründliche und aufwändige Renovierung des Gebäudes notwendig. Die Sowjets verwenden für ihren Rückzug die neuesten amerikanischen Militärfahrzeuge (z. B. GMC und Jeep), auf den Ladeflächen befinden sich die “Souveniers” von Freistadt.

(Foto: Karl Wiesinger, 1955, Bearbeitung: Florian Böttcher)


Welche Straße entsteht hier? Sicher ist, dass es sich um das Siedlungsgebiet im Johannisfeld handelt. Die Häuser sind alle nach dem 2. Weltkrieg gebaut worden und bis jetzt schon wieder mehrfach umgebaut und erweitert worden.

(Foto: Karl Wiesinger, 1955, Bearbeitung: Florian Böttcher)


Blick von der Johannisfeldsiedlung auf die Wohnbauten der Harruckerstraße. Die Fläche dazwischen ist noch nicht verbaut. Heute ist dort geschlossenes Wohnbaugebiet. Die Infrastruktur (z. B. die Straßen) ist auch noch nicht ganz fertig. Fest steht aber, dass damals die Stadt Freistadt ein großartiges Bauprogramm, nicht nur im privaten Bereich, abgewickelt hat.

(Foto: Karl Wiesinger, 1955, Bearbeitung: Florian Böttcher)


Im Norden der Stadt, an der heutigen Bockaustraße, entstecht der städtische Bauhof mitten auf freiem Feld. Die sogenannte Umfahrungsstraße hat es in der heutigen Form auch noch nicht gegeben. Die Vorstädte sind in dieser Zeit ein wahres Entwicklungsgebiet.

(Foto: Karl Wiesinger, 1955, Bearbeitung: Florian Böttcher)


Eine Wehr in der Aist in der Nähe der Tanzwiese. Der Blick des Fotografen fällt auch auf die Südseite der Stadt: alte Volksschule, Gefängnis und Bezirksgericht und damals auch Bezirkshauptmannschaft. Alles wird überragt vom Katharinenmünster.

(Foto: Karl Wiesinger, 1955, Bearbeitung: Florian Böttcher)


Der Weyermühlturm mit üppigem Bewuchs. Auch hier sieht man deutlich, dass die freien Flächen im Zwinger und Stadtgraben genutzt wurden, um Gemüsebeete anzulegen. Der Turm war weit in den Stadtgraben hineingebaut zum Schutz der Wasserversorgung der städtischen Mühlen.

(Foto: Karl Wiesinger, 1955, Bearbeitung: Florian Böttcher)


Blick auf dem Hauptplatz von der sogenannten “Hietler-Stiege” aus. Hier stand ursprünglich das Posttürl, das jedoch 1880 abgebrannt ist und nicht mehr wieder aufgebaut wurde. Statt dessen wurde eine breite Stiege errichtet. Der Hauptplatz ist Parkplatz für die wenigen Fahrzeuge. Hier befanden sich auch die Postautohaltestellen. Die Zu- und Abfahrt dieser Busse erfolgte jeweils durch die Pfarrgasse zur Marianumkreuzung.

(Foto: Karl Wiesinger, 1955, Bearbeitung: Florian Böttcher)


Das Freistädter Rathaus an der Westseite des Platzes. Es ist das einzige Haus mit einem dritten Stockwerk. Dieses wurde um 1867 dem Gebäude aufgesetzt, weil für das neu gegründete Freistädter Gymnasium Platz gebraucht wurde. 1890 war dann das neue Schulgebäude vor der Stadt bezugsfertig und Schüler und Professoren verließen die Innstadt. Zum Zeitpunkt der Aufnahme waren in diesem Haus nicht nur die städtischen Ämter sondern auch die Sparkasse und das Notariat untergebracht. Interessant: Am linken Bildrand sieht man noch eine rote Beschilderung des “Angerer-Geschäftes” . Hier war bis Sommer 1955 die Parteizentrale der Freistädter Kommunisten.

(Foto: Karl Wiesinger, 1955, Bearbeitung: Florian Böttcher)


Die Harruckerstraße im Jahr 1955 mit Blick gegen Westen. Die Errichtung dieser Bauten war ein Prestigeprojekt der Freistädter Nazis in der Kriegszeit. Sie waren im Jahr 1942 bezugsfertig, wegen des Mangels an Baumaterial wurden bei der Ausführung einige Abstriche gemacht: so verzichtete man auf den Einbau von WC-Anlagen in den Wohnungen. Diese wurde dann im Zuge der Sanierungsmaßnahmen nach der Verwendung durch die sowjetische Besatzungsmacht eingebaut.

(Foto: Karl Wiesinger, 1955, Bearbeitung: Florian Böttcher)

Freistadt Stadtansichten 1955

Freistadt Stadtansichten 1955

Freistadt Stadtansichten 1955

Freistadt Stadtansichten 1955

Freistadt Stadtansichten 1955